Ziele der Fachoberschule.
Die Fachhochschulreife
Ziel der Fachoberschule ist es, Schülerinnen und Schülern mit einem mittleren Schulabschluss innerhalb von zwei Schuljahren (Jahrgangsstufe 11 und 12) zur Fach gebundenen und Allgemeinen Fachhochschulreife zu führen, die zum Studium an Fachhochschulen berechtigt.
Die Fachoberschule vermittelt eine allgemeine, fachtheoretische und fachpraktische Bildung. Die fachpraktische Ausbildung umfasst die Hälfte der Unterrichtszeit in der Jahrgangsstufe 11.
Schülerinnen und Schüler, die die Abschlussprüfung mit Erfolg abgelegt haben, erhalten das "Zeugnis der Fachhochschulreife". Es berechtigt zum Studium an Fachhochschulen in der Bundesrepublik Deutschland (unabhängig von der Ausbildungsrichtung). Studienbewerber/innen, die keine oder eine der gewählten Ausbildungsrichtungen nicht entsprechende fachpraktische Ausbildung durchlaufen haben, müssen vor Studienbeginn an Fachhochschulen in Bayern eine mindestens sechswöchige auf die gewählte Fachrichtung bezogene Vorpraxis nachweisen.
An unserer Fachoberschule werden drei Ausbildungsrichtungen geführt:
Gestaltung,
Sozialwesen,
Wirtschaft, Verwaltung und Rechtspflege.
Das wichtigste Ziel unserer Arbeit ist das erfolgreiche Abschneiden unserer SchülerInnen bei der Prüfung zur Fachhochschulreife. Wir erfüllen dazu die Inhalte der staatlichen Lehrpläne und Richtlinien und bejahen den damit verbundenen Leistungsanspruch und Leistungsdruck, da wir nur so eine völlige Gleichwertigkeit unseres Abschlusses mit dem der staatlichen Schulen erreichen können.
Bildung für das Leben
Wir sehen Schule prinzipiell als sinnvoll an, vor allem für junge Schüler und Schülerinnen mit Behinderung. Auch über eine schlechte oder nicht bestandene Abschlussprüfung wird etwas Notwendiges erworben, nämlich Bildung. Das bedeutet, wir bejahen den Schulbesuch auch von "schwachen" SchülerInnen.
Sowohl das selbstständige und eigenverantwortliche Arbeiten als auch die Teamarbeit zu lernen sind wichtige Ziele. Die Schüler und Schülerinnen sollen befähigt werden, ein neues Gebiet in eigener Regie zu erarbeiten und die darin liegenden Chancen und Probleme zu erkennen und zu beurteilen.

Durch den Unterricht und die Aktivitäten außerhalb des Unterrichts sollen die Schüler und Schülerinnen ihre eigene Persönlichkeit entwickeln lernen, insbesondere ihr Verantwortungsgefühl, ihre Konflikt- und Kritikfähigkeit und ihr Selbstbewusstsein. Gerade letzteres ist für Jugendliche mit Köperbehinderung von großer Bedeutung. Denn für sie ist nicht nur Anpassung notwendig, sondern auch Selbstbewusstsein und die Fähigkeit, in angemessener Form fordernd aufzutreten.
Unsere Schule soll ein Ort sein, an dem die SchülerInnen soziale Kompetenzen erwerben. Insbesondere sollen Menschen mit und ohne Behinderung untereinander ein soziales Miteinander lernen.
Unsere SchülerInnen sollen ein auf die gesellschaftliche Umwelt und die eigene Person bezogenes Realitätsbewusstsein erlangen.
Verwirklichung von Integration
Unsere Ziele sind
gegenseitiges Verstehen zu fördern
Berührungsängste und Vorurteile abzubauen
verständnisvolles, auf gegenseitiger Anerkennung beruhendes Miteinander zu entwickeln
neue Formen des Zusammenlebens zu durchdenken und zu erproben.
Diese Fähigkeit zur Offenheit und zum Miteinander soll
- nicht durch Weitergabe bestimmter Konzeptionen und Zwang erreicht werden, sondern aufbauend auf eigenen Erfahrungen von den Schülern selbst entwickelt werden.
Dies geschieht im schulischen Alltag,
- wo von Behinderten und Nichtbehinderten die gleichen Leistungen erwartet werden
- wo jedoch versucht wird, die Benachteiligungen der Körperbehinderten durch technische Hilfsmittel, Zeitverlängerung und methodischen Hilfsmitteln zu neutralisieren
bei außerschulischen Aktivitäten wie
- Klassenfahrten
- gemeinsamen Unternehmungen, wieTheater- und Museumsbesuchen, Festen, Wandertagen
- Rollstuhltraining u.ä.
- individueller Betreuung von Schülern und Schülerinnen

Die nicht behinderten SchülerInnen erleben dabei
- was Behinderung konkret bedeutet
- vor welchen technischen und bürokratischen Problemen Behinderte häufig stehen
- dass behinderte Menschen konkrete Hilfe, aber kein Mitleid benötigen
- dass auch körper- und sinnesbehinderte Jugendliche ganz "normale" Wünsche, Hoffnungen und Ängste haben, aber sich auch mit speziellen Problemen herumschlagen müssen
Für Menschen mit Behinderung bedeutet der tägliche Umgang mit Nichtbehinderten
- einen Schritt aus einer räumlichen und geistigen Isolation in Hinblick auf ein selbstbestimmtes Leben
- eine realistischere Einschätzung der eigenen Situation
- die Mobilisierung von Aktivität